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Hintergrundinformationen zur Strompreisentwicklung

Die Stadtwerke Zehdenick GmbH gibt Auskunft

Steigende Strompreise stehen gegenwärtig im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Insbesondere die abermalige Erhöhung der Umlage für die Einspeisung erneuerbarer Energien (EEG-Umlage) rückt in den Vordergrund. Deren Steigerung von 5,27 auf 6,24 Cent pro kWh ab dem 01. Januar 2014 hat zur Folge, dass die Strombezugskosten für die privaten Haushalte weiter steigen. Aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks in der Energiebranche und den damit verbundenen geringen Spielräumen bei der Preisgestaltung sind die meisten Unternehmen gezwungen, diese Kosten an die Stromkunden weiterzureichen.

Doch nicht nur die EEG-Umlage ist verantwortlich für die gestiegenen Aufwendungen, auch die Einführung und Erhöhung weiterer Umlagen haben einen zusätzlichen Kostenschub zur Folge. Zudem werden die gestiegenen Kosten auf immer weniger Schultern verteilt, da sich zahlreiche energieintensive Unternehmen von der Zahlungspflicht einzelner Bestandteile des Strompreises befreien lassen können bzw. nur einen stark verminderten Satz zahlen müssen.

Insgesamt liegt der durchschnittliche Strompreis für private Haushalte im Jahr 2013 bei 28,74 Cent/kWh. Für den statistischen Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 3.500 kWh pro Jahr betragen die jährlichen Stromkosten 1.004,50 Euro; dies sind monatlich 83,71 Euro. In der Abbildung ist die Zusammensetzung des Strompreises für das Jahr 2013 aufgeführt.

Bestandteile Haushaltsstrompreis 2013

Quelle: Monitoringbericht 2012 der Bundesnetzagentur; VKU

Entwicklung des Strompreises seit 2007

Nach Angaben der Bundesnetzagentur lag der durchschnittliche Haushaltstrompreis im Jahr 2007 bei 20,09 Cent/kWh. Der Anstieg auf 28,74 Cent/kWh im Jahr 2013 entspricht einer Preissteigerung innerhalb von sechs Jahren um 8,65 Cent/kWh bzw. um rund 43 Prozent. Die Entwicklung der einzelnen Bestanteile des Strompreises für Haushaltkunden ist in der folgenden Grafik dargestellt.

Kostenbestandteil für Haushaltsstrom

Quelle: Monitoringbericht 2012 der Bundesnetzagentur; Berechnungen des VKU

Rund 75 Prozent dieses Anstiegs sind auf Ursachen zurückzuführen, die von den Energieversorgern nicht beeinflussbar sind, an erster Stelle auf die Förderung der erneuerbaren Energien.
Weit mehr als die Hälfte (58 Prozent) der Preissteigerung seit 2007 sind auf die Erhöhung der EEG-Umlage und die darauf anfallende Mehrwertsteuer zurückzuführen. Sie machen zusammen 5,07 Cent/kWh aus. Dieser Anteil wird mit der Erhöhung der EEG-Umlage zum 01. Januar 2014 nochmals ansteigen.

Preissteigernd wirkten darüber hinaus neue oder erhöhte Umlagen und Abgaben. Die Konzessionsabgabe stieg von 1,28 auf 1,68 Cent/kWh. Die Befreiung energieintensiver Unternehmen von den Netzentgelten erhöhte den Strompreis 2013 um weitere 0,33 Cent/kWh. Neu eingeführt wurde 2013 die so genannte Offshore-Umlage zur Haftungsbegrenzung von Netzbetreibern, die Offshore-Windenergieanlagen nicht rechtzeitig an das Stromnetz angeschlossen haben; sie schlägt mit 0,25 Cent/kWh zu Buche.
Gesunken ist nur die KWK-Umlage zur Förderung hocheffizienter Energieerzeugung; sie wurde von 0,29 Cent/kWh auf 0,13 Cent/kWh vermindert.

Die Energieversorger selbst haben nur eine Zunahme um 2,18 Cent/kWh zu verantworten. Dies entspricht einem Anteil von gut 25 Prozent an der Strompreiserhöhung seit 2007. Daraus mussten die Unternehmen unter anderem höhere Löhne und steigende gesetzliche Anforderungen finanzieren. Insgesamt stiegen diese unternehmerischen Kosten nominal um etwa zwei Prozent im Jahr und entsprechen damit in etwa der allgemeinen Inflationsrate. In realen Preisen sind also die von den Energieversorgern geforderten Preise auf dem gleichen Niveau geblieben.

Dass die Preissteigerungen der vergangenen Jahre im Wesentlichen auf unternehmensunabhängige Faktoren zurückzuführen ist, zeigen auch die folgenden Abbildungen. So sind die Preisbestandteile für die Energiebeschaffung und den Vertrieb seit 2009 praktisch konstant geblieben.

Entwicklung Preisbestandteil Energiebeschaffung und Vertrieb

Quelle: Monitoringbericht 2012 der Bundesnetzagentur; VKU

Die Umlagen und Steuern sind hingegen kräftig gestiegen. Die beiden folgenden Abbildungen zeigen, dass die Energieversorger nur einen geringen Spielraum zur Preisgestaltung besitzen; zentrale Ursachen der Preissteigerungen der letzten Jahre sind vielmehr energie- und industriepolitische Ziele.

Entwicklung Konzessionsabgabe EEG KWK Offshore und Umlage

Quelle: Monitoringbericht 2012 der Bundesnetzagentur; VKU

Entwicklung Strom und Umsatzsteuer

Quelle: Monitoringbericht 2012 der Bundesnetzagentur; VKU

Zukünftige Entwicklung

Wie bisher ist auch die künftige Entwicklung des Strompreises vor allem von politischen Entscheidungen abhängig. Die EEG-Umlage als zentraler Bestandteil der bisherigen Preissteigerungen dürfte bei künftigen Preisanstiegen eine abnehmende Rolle spielen. Neuanlagen erhalten heute eine erheblich geringere Vergütung als Bestandsanlagen; letztere fallen schrittweise aus der Förderung heraus. Eine aktuelle Studie des Öko-Instituts zeigt eine Prognose für die EEG-Umlage bis zum Jahre 2017 (Abbildung).

Prognose zur Entwicklung der EEG-Umlage bis 2017

Quelle: Matthes et.al. EEG-Umlage und die Kosten der Stromversorgung für 2014. Eine Analyse von Trends, Ursachen und Wechselwirkungen. Berlin, Juni 2013

Ob und in welchem Maße andere Umlagen oder Steuern erhöht werden, ist aus gegenwärtiger Sicht nicht abzuschätzen. So erfordert die Energiewende in den nächsten Jahren weitere Investitionen in den Kraftwerkspark und in die Stromnetze, um den Klimaschutz und das Niveau der Versorgungsicherheit auf einem hohen Niveau zu gewährleisten. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat in einem Gutachten Vorschläge vorgelegt, mit denen diese Ziele besonders effizient erreicht werden können:

  • Der Ausbau der erneuerbaren Energien sollte nicht länger nach dem Prinzip „so viel und so schnell wie möglich“ stattfinden, sondern im Rahmen eines durchdachten Ausbaupfades, der insbesondere mit dem hierfür erforderlichen Netzausbau synchronisiert wird. Zugleich sollte das Fördersystem wettbewerblicher ausgestaltet werden. Fördermittel sollten in Zukunft im Rahmen von Auktionen vergeben werden, damit der weitere Ausbau zu den geringstmöglichen Kosten erfolgt.
  • Industriepolitische Ziele – genau wie sozialpolitische Ziele – sollten so wenig wie möglich mit Energie- und Klimapolitik vermischt werden. Sie sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben und gehören in den Bundeshaushalt, nicht auf die Stromrechnung von privaten Haushalten.

Quelle und weitere Informationen www.vku.de.